Ich

16 Jahre lebe ich jetzt schon auf dieser scheiß Welt. Und jeden Tag spüre ich, wie willkommen ich bin. Meine Mutter schreit mir oft entegegen, wie scheiße ich doch wäre, warum sie mich nicht abgetrieben hätte und so weiter. Ich bin Schuld, dass sie Alkoholabhängig ist und ich bin auch Schuld daran, dass sie kein Typ mehr will, weil ich ja da bin. Egal was ich mache, es ist immer falsch. Egal was ich sage, es ist falsch. Egal was. Es ist FALSCH! Ich bin FALSCH! "Du bist genauso wie dein Vater!", sagt meine Mutter. Ich weiß nicht wie er aussieht. Er ist abgehauen, als er erfuhr, dass ich komme. Aber ich glaube ich sehe ihn sehr ähnlich. Anders kann ich mir die Wut meiner Mutter nicht erklären. Jetzt ist sie schon wieder weg. Seit einer Woche habe ich meine Mutter schon nicht mehr gesehen. Sie verschwindet einfach. Und dann kommt sie wieder und brüllt mich ohne Grund an. Jeder Tag, ist derselbe, so sinnlos, trostlos, grau und traurig.

Am Wochenende, habe ich jemanden kennen gelernt. Einen super coolen Jungen. Er heißt Justin. Meine Freundin hat mich auf eine Party mitgenommen und dann haben wir etwas getrunken, plötzlich stand er vor mir und...gibt es wirklich sowas wie "Liebe auf den Ersten Blick" ?

Wenn ja, war es genausooo.... Wir haben uns in die Augen geschaut und als er lächelte schmolz ich dahin. Wir haben den ganzen Abend geredet. Und da ich gut angetrunken war, ging das auch ganz leicht. Plötzlich zog er aus seiner Tasche einen Joint raus.  Ich hatte vorher noch nie so etwas gemacht. Weil ich Angst davor hatte. "Janice, es ist eine Droge, sag Nein!", sagte in mir eine Stimme.  "Willst du auch?", fragte er mich und seine braunen Augen schauten mich ganz hilflos an. So ein richtiger Hundeblick eben. Ich nickte nur noch. Ich wollte etwas mit ihm machen, bei ihm bleiben und auf ihn die erfahrende coole raus hängen lassen. "Haste schon mal gekifft?", fragte er. "Ja klar, ab und zu!", sagte ich locker. Was redete ich da nur? Ich kenne mich gar nicht mit Drogen aus und hatte auch nicht vor so was zu nehmen und jetzt am Samstag, redete ich da irgendetwas, was gar nicht zu mir passte. Lag das daran, weil ich mir vorher ein paar Bierchen gegeben hatte? Ich weiß es nicht. Ich rauchte jedenfalls diesen Joint, wie eine normale Zigarette als er plötzlich anfing zu lachen. Er zeigte mir wie man das richtig macht. Und plötzlich wurde mir ganz anders. Es war nicht schön - nein überhaupt nicht - mein Herz fing an zu rasen und ich wollte wieder normal werden. Alles veränderte sich um mich herum und ich merkte wie anders mir wurde. Fühlt sich sowas an- Stoned sein? So? Ich wusste es nicht. Vielleicht, kommt das ja noch, dieses High sein. Also zog ich noch mehr daran, hielt es noch länger in meiner Lunge und mein Herz begann noch mehr an zu rasen. Außerdem war es übelst kalt. Alles zitterte und ich wollte nur noch Heim. Er legte seinen Arm auf meine Schulter. Er war warm, ganz warm. Mein Mund war trocken, ganz, ganz trocken. Ich wollte wieder normal werden. NORMAL. NORMAL. Wir schwebten - so kam es mir jedenfalls vor, meine Beine fühlten sich an wie Wackelpudding- wieder richtung Haus, da wo die Party war- wir schwebten in die Wohnung- alle schauten uns an. "Merkten sie etwas?", plötzlich bekam ich Panik. "Was wenn sie etwas merken?" "Guck mal sind meine Augen anders?", flüstere ich zu Justin. Er schaute mir in die Augen. Er lachte. Sein vorher so weißes Zahnpasterlächeln war plötzlich gelb. "Haha, süße, deine Augen, dein Gesicht, du bist richtig blass!" Jetzt bekam ich noch mehr Panik. Ich setze mich im Wohnzimmer auf das Sofa. Vor mir stand eine Cola. Ich drehte den Verschluss auf, setze die Öffnung an meine Lippen und trank. Ich schmeckte, den Wodka, den ein paar Idoten vorher da reingemixxt hatten, aber es war mir egal. Mein Mund war einfach nur so trocken. "Na Pappmaul?", Justin saß neben mir. In der Hand hielt er ein Schälchen mit Chips, Nüssen und Schokolade. Wir mapften uns alles hinein. Ich hörte gar nicht mehr auf zu essen. Er lachte, ich lachte, die Schüssel war leer. Mein Hals und mein Mund waren trocken. Alles war wieder trocken, ich spürte die Süßigkeiten noch in meinem Hals. Ich bekam keine Luft. Wieder Panik. Überall Leute. Laute Musik. Justin zündete eine Zigarette an, der Qualm, kam in meine Richtung, noch weniger Sauerstoff. Ich griff zur Cola und trank und trank. Plötzlich wurde mir nur noch schlecht, ich rannte ins Bad und kotze in die Toilette...

Nie wieder - rühre ich so etwas an....  

  

2.2.09 14:46

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


C.C. / Website (2.2.09 15:01)
Gras und Alkohol vertägt sich nicht, hätte er Dir sagen müssen.
Was Du über Deine Mutter schreibst, macht mich sehr traurig. Sie hat sich entschieden dir das Leben zu schenken, dann darf sie dir nicht im nachhinein Vorwürfe machen, weil ein Kind zu haben so einfach nicht ist. Du bist nicht schuld, sie ist diejenige die nicht klar kommt und sie braucht Hilfe. Deine Seele dürfte bei soviel Anschuldigungen da aber auch nicht heil geblieben sein.
Wünsche Dir sehr viel Kraft.

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen